Feel Collins in Concert – The Music of Phil Collins & Genesis / Serenadenhof Nürnberg

Nach wochenlanger Hitze mit nur wenigen Verschnaufpausen, sollte einem schönen Open-Air-Konzert eigentlich nichts im Weg stehen. Weit gefehlt… genau an diesem Tag zog eine Gewitterfront über Nürnberg. Die wunderschöne Konzert-Location, die leider nicht komplett überdacht ist, blieb nicht verschont. Zusammen mit meiner Stieftochter Karoline, die mich begleitete, wollten wir uns mit dieser Cover-Band einen schönen Abend machen. Die Eintrittskarten waren ein Geschenk zu meinem diesjährigen Geburtstag im August. Die Rahmenbedingungen waren also bis auf das Wetter ideal…

Es gibt nicht viele Bands und Künstler auf dieser Welt, die eine fast endlose Liste zeitloser Hits ihr Eigen nennen können. Genesis und Phil Collins auf Solopfaden gehören sicherlich dazu.

Aber der Reihe nach, gleich der Opener „Something Happened On The Way To Heaven“ zeigte, wohin der Zug rollte. Nach nur wenigen Titeln begann es zu regnen, wir machten uns auf den Weg in den hinteren überdachten Bereich und lauschten dort den Klängen. Was folgte waren Songs wie „I can’t dance“, „In the air tonight“, „Another day in paradise“, „No son of mine“, „Mama“, „Land of confusion“, „Easy lover“ und, und, und… Die Songs wurden von einer unaufdringlichen, aber wirkungsvollen Lightshow in Szene gesetzt.

Vielleicht durch das Ungemach mit dem Regen wollte bei mir der Funke nicht so richtig überspringen. Die Band war musikalisch gut, der Sound nahezu perfekt, doch sie wirkten auf mich, nicht bei allen Titeln, etwas zu statisch und ein wenig seelenlos. Aber es gab auch Stücke, die kamen richtig gut (In the Air Tonight, Mama oder Tonight, Tonight). Sänger Markus Kunkel konnte stimmlich zumeist überzeugen, aber als Entertainer gelang ihm dies in meinen Augen nur bedingt. Die Stimme des Frontmans klang eben nur annähernd wie Collins, identisch zu klingen ist fast unmöglich. Der Sänger stößt dann doch an seine Grenzen, die Fußstapfen eines Phil Collins sind einfach zu groß, zu einzigartig.

Welthits wie das vom Schlagzeug-geprägte „In The Air Tonight“, die erste Zugabe „Easy Lover“, oder das groovige „Against All Odds“ und vor allem das gefühlvolle „Another Day in Paradise“ wurden von Markus Kunkel, seinen fünf Musikern und Sängerin Kerstin mit viel Leidenschaft performt. Dies wurde vom Publikum entsprechend honoriert und gefeiert. Gleichwohl war mir alles ein wenig zu glatt, so ohne Ecken und Kanten. Vielleicht bin ich zu kritisch, aber ich sehe bei dem Programm dieser Show zu oft einen Phil Collins zu seinen Glanzzeiten vor mir…

Mein Fazit des Abends, Feel Collins sind eine sympathische Coverband, die sichtbar Spaß an dem haben, was sie auf der Bühne machen. Nach meinem Empfinden wird mir dieser Auftritt wohl nicht so in Erinnerung bleiben, wie ich es erhofft hatte… Aber dies ist meine subjektive Wahrnehmung, hatte ich doch den Eindruck das Publikum fühlte sich mehrheitlich mit „Feel Collins“ sehr wohl an diesem Abend.

Fotos/Videos: Thomas Fay