The Lamb Lies Down On Piano & Paper

 

„Ein Abend voller Magie und Musik – ein außergewöhnliches Kunst- und Konzerterlebnis, das Musik und Malerei auf magische Weise verbindet! Der Pianist Steffen Waidelich interpretiert die legendäre Musik der Band Genesis, während der Maler Frank Grabowski live auf der Bühne Kunstwerke entstehen lässt – synchron zu den Klängen der Musik.“ So wurde dies in der örtlichen Presse angekündigt. War es denn auch so? Am 28.Februar 2026 konnte ich mich selbst davon überzeugen.

In Mindelheim, einem kleinen Städtchen im Allgäu fand dieses Event im ausverkauften „Silvestersaal“ statt, hier lebt der Künstler Frank Grabowski seit vielen Jahren.  Mindelheim selbst beschreibt sich als „Stadt der Kultur & Lebensfreude“, also gute Voraussetzungen für dieses Konzert. Nach der Premiere des Projekts, anlässlich der internationalen Klaviertage, in Bad Wildungen 2025 war in der Presse zu lesen „Man muss darauf kommen. Man stolpert weder als Musiker noch als Maler über die Idee, ein musikalisch unfassbar komplexes Werk wie ‘The Lamb Lies Down on Broadway’ auf das Wesentliche zu reduzieren – nur Klavier und Malerei. Doch genau das geschah hier – und es war grandios!“  oder „Die Farben schienen aus den Flügel-Tönen herauszufließen – ein Gesamtkunstwerk, das die Seele der Musik von Genesis einfing.“

Aber zu meinem persönlichen Eindruck dieses multimedialen Abends. Als Location diente der „Silvestersaal“, einem stilvollen fast schon gemütlichen Saal für etwa 100 Besucher. Dieser liegt etwas versteckt in der Mindelheimer Innenstadt. Ganzjährig finden hier Konzerte, Lesungen, kleine Theateraufführungen und weitere Festlichkeiten statt. Der Saal befindet sich in der äußerlich eher unscheinbaren Silvesterkirche, die im Zuge der Säkularisation im Jahr 1804 geschlossen wurde. Ein reizvoller Raum und Rahmen für dieses besondere Event.

Pünktlich um 20.00 Uhr begann die Veranstaltung. Der erste Teil des Abends bestand komplett aus „The Lamb lies down…“ Ich glaube für manche Besucher klang diese Interpretation etwas ungewöhnlich, obwohl ich sämtliche Melodien gut heraushören konnte. Allerdings bin ich mit diesem Werk von Genesis mehr als vertraut. Mir fiel auf das nach der Pause einige Plätze nicht mehr besetzt waren, was ich sehr schade fand. Besonders beeindruckte mich die Entstehung der Bilder die simultan zu den einzelnen Stücken gemalt wurden, so etwas hatte ich in dieser Form noch nicht gesehen und war völlig neu für mich.

Nach der Pause gab es noch den Schluß von „The Lamb lies down…“ zu hören. Ja und dann folgte das bereits vor der Pause angekündigte fundamentale Werk der Peter Gabriel Ära aus dem Album „Foxtrot“ von 1972, es ist auch eines meiner Lieblingsstücke. Fast 23 Minuten „Supper’s Ready“ auf dem Klavier – es hatte nichts an Energie, Vielfalt oder gar Emotion verloren. Die Strahlkraft dieses inzwischen über 50 Jahre alten Stückes ist bis heute erhalten geblieben. Eine wirkliche Herausforderung für einen Pianisten, eindrucksvoll dargeboten von Steffen Waidelich. Als Zugabe gab es noch einen weiteren Genesis-Klassiker zu hören „The Musical Box“. Die Intensität dieses Stückes und die Spielfreude des Pianisten hinterliesen bei mir nicht den Eindruck „nur“ ein Klavier zu hören.

Mein Fazit an diesem Abend, ich erlebte eine Symbiose aus Klang und Farbe die wohl den größten Teil des Publikums fesselte und visuell sowie musikalisch in die Welt von Genesis entführte. Ein wirkliches Highlight für mich waren die spektakulären Projektionen der gemalten Bilder die eindrucksvoll auf großer Leinwand zu sehen waren und diesen Abend  unvergesslich machten, denn auf unkonventionelle Weise verschmolz hier Musik und Malerei.

Fotos: Thomas Fay